Tabea Scheel, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Europa Univer-sität in Flensburg © Tabea Scheel

Professorin Tabea Scheel im Interview

Tabea Scheel, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Europa Universität in Flensburg erläutert in ihrem Interview wie groß der Einfluss von Führungskräften ist. In der kommmitmensch Kampagne steht das Handlungsfeld Führung bewusst an erster Stelle.

 

Frau Scheel, warum sollten Führungskräfte Vorbilder für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein?

Nur so lassen sich sinnvolle Normen durchsetzen. Sonst können Führungskräfte Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit und Sicherheit nicht glaubwürdig vermitteln, so dass sich Beschäftigte auch daran halten. Führungskräfte müssen ihre Rollen lernen. Ihnen muss bewusst sein, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz genau anschauen, wie sich ihre Vorgesetzten verhalten, und sie dieses Verhalten dann adaptieren.

 

Was sollten Führungskräfte vermeiden?

Führungskräfte sollten beispielsweise nicht krank zur Arbeit kommen. Denn dann denken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter automatisch, dass das auch von ihnen erwartet wird. Und aus dieser Erwartungshaltung entsteht dann Stress. Oftmals sind Führungskräfte außerdem die Ersten und Letzten im Büro. Auch das ist schlechtes Vorbildverhalten, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so das Gefühl bekommen, ebenfalls Überstunden ableisten zu müssen. Sie können dann nicht mehr guten Gewissens pünktlich nach Hause gehen.

 

Wie sieht die ideale Kommunikation aus?

Führungskräfte müssen lernen mit ihren Beschäftigten auf Augenhöhe über die Arbeit zu sprechen. Sie müssen es ihnen ermöglichen auch mal „Nein“ zu sagen, gleichzeitig aber auch dabei helfen Stresssituationen zu meistern. Jährliche Mitarbeitergespräche sind ein wichtiges Instrument für Feedback von beiden Seiten. Dabei sollten Führungskräfte darauf achten, dass sie keine Kritik am Menschen, sondern an der Arbeit geben und auch ihre Wertschätzung aussprechen.

 

Welche Gefahren sehen sie, wenn Führungskräfte ihrer Vorbildfunktion nicht nachkommen?

Für das Unternehmen bedeutet das meistens kurz- und langfristige Ausfälle von Beschäftigten. Stress und Unaufmerksamkeit können leicht zu Arbeitsunfällen führen und auch psychische Erkrankungen kommen immer häufiger vor. Durch hochgradige Stresskomplexe fallen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft sehr lange aus. Dazu kommen Kündigungen, was sich nochmal schlechter auf das Arbeitsklima auswirkt.

 

Den ganzen Artikel finden Sie unter:

https://topeins.dguv.de/sicher-gesund-fuehren/fuehrungskraefte-sollten-gute-vorbilder-sein/

 

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