Motivation durch Kommunikation © shutterstock / stuartbur

Führungskräfte managen den richtigen Austausch

„Alle wichtigen Informationen teile ich den Beschäftigten mit“ – so denken viele Führungskräfte, doch das ist oft ein Trugschluss. Eine Untersuchung der Präventionskampagne kommmitmensch bringt eine beachtliche Wahrnehmungslücke zutage: Während 61 Prozent der befragten Managerinnen und Manager meinen, dass alle relevanten Informationen weitergegeben werden, sehen das nur 20 Prozent der Beschäftigten so.

Legen die befragten Unternehmen Wert darauf, dass ihre Beschäftigten sicher und gesund arbeiten können? Auch bei dieser Frage weichen die Wahrnehmungen stark voneinander ab: 81 Prozent des Managements stuften dies als völlig zutreffend oder zutreffend ein. Dagegen empfanden das nur 53 Prozent der Beschäftigten so. Hier kommt das Handlungsfeld Kommunikation der Kampagne kommmitmensch ins Spiel.

Die richtige Verbindung finden

 „Information und Appelle reichen nicht aus“, betont Dr. Marlen Cosmar von der DGUV. „Führungskräfte sollten gezielt Anlässe zum Austausch schaffen. Dadurch sind Beschäftigte aufmerksamer und geben Probleme oder Ideen zum Thema eher weiter. Letztlich wird es so mit der Zeit selbstverständlich, sich sicher und gesund zu verhalten.“

Wie Austausch in Gang kommen kann, macht die Verwaltung der Stadt Saarlouis vor. Zwei ihrer Führungskräfte ließen sich – professionell begleitet – von ihren Teams über einen anonymen Online-Fragebogen bewerten und gaben zudem eine Selbsteinschätzung ab. Angeschlossen waren ein Coaching und ein Workshop mit den Teams. „Daraus werden Handlungsmöglichkeiten für die gesamte Führungsriege abgeleitet“, erklärt Sascha Schmidt, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Saarlouis verantwortlich ist. Wo solche Leitlinien als Selbstverpflichtung verbindlich gemacht werden, helfen sie im fairen Umgang miteinander.

Kultur durch Austausch prägen

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Stadtverwaltung Saarlouis lädt die Belegschaft auch sonst ein, in Austausch zu treten – digital, analog oder face to face. „Wir haben eine breit aufgestellte Arbeitsgruppe, die vielfältige Wege nutzen und Lösungen auf den Weg bringen kann“, erklärt Mirjam Gattau.

Wo Informationen in beide Richtungen fließen, kann mit Unstimmigkeiten konstruktiv umgegangen werden. Eine solche Kultur des Austauschs verhindert auch, dass Beschäftigte sich ausklinken und in die innere Kündigung abdriften.

Eigenständiges Handeln und informellen Austausch fördern

Kommunikation muss insbesondere im Notfall schnell auf den Punkt kommen – so wie es die Praxishilfe „Dreisatz für Warnsignale“ der kommmitmensch-Kampagne zeigt. „Solche Kommunikationsansätze sind wichtig, weil Sicherheitsregeln und Vorschriften in Zeiten wachsender Komplexität und schneller Veränderung die Realität nicht vollständig abbilden können“, betont Dr. Cosmar. „Deshalb müssen Beschäftigte in die Lage versetzt werden zu handeln, nicht nur Regeln zu befolgen.“

Der Artikel erschien in „topeins – Das Magazin für Führungskräfte“.
 

Den ganzen Beitrag können Sie hier lesen:

https://topeins.dguv.de/sicher-gesund-fuehren/die-richtige-verbindung-finden/

 

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