Arbeiten in der Höhe © timluhmann.de

Schwergewichte ohne Schwierigkeit

Was für ein Koloss! Der Unterwagen, der gerade in Halle 72 bei Konecranes in Düsseldorf auf seine Weiterverarbeitung wartet, zieht alle Blicke auf sich. Die geschweißte Baugruppe mit einer Länge von 20 Metern und einem Gewicht von 60 Tonnen wird einmal das unterste Segment des Hafenmobilkrans bilden, den das Unternehmen gerade produziert.

Absturzsicherung. Die gut vier Meter Höhe, die der stählerne Kasten misst, machen zwar nur einen Bruchteil von der Gesamthöhe des fertigen Krans aus, doch auch das Arbeiten wenige Meter über dem Boden ist potenziell sehr gefährlich. In der Vergangenheit sicherten sich die Konstruktionsmechaniker mit Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) in Form von Sicherungsgeschirr und Halteseilen. Für ein Höhensicherungsgerät ist die Distanz noch zu gering. Oft empfanden die Beschäftigten die Schutzausrüstung als störend.

Der Konstruktionsmechaniker Loeven bemängelte schon seit einiger Zeit, dass die Anschlagpunkte für die Halteseile ebenerdig zu montieren waren: „So bestand immer die Gefahr des Stolperns. Außerdem fühlte man sich unsicher in dem Geschirr.“ In vier Metern Höhe ist das sehr riskant.

Auch Gunnar Kant, Manager Health, Safety & Environment (HSE) bei Konecranes und zudem Fachkraft für Arbeitssicherheit, war sich der Stolpergefahr bewusst. Darüber hinaus stellte er fest, dass ungünstige Einflüsse wie Schweißfunken und Lacknebel dem Sicherungsgeschirr auf Dauer zusetzen. „Wenn man das nicht weiß, vermittelt die PSAgA nur noch eine scheinbare Sicherheit, die im Ernstfall gegebenenfalls nicht mehr ausreicht“, erklärt Kant.

Technische Schutzmaßnahme. Bevor die Lösung gefunden werden konnte, analysierte das Team zunächst mögliche Veränderungen. „Wir wollten weg von Persönlicher Schutzausrüstung und hin zu technischem Schutz. Weil unsere Lösung sowohl dauerhaft einsetzbar als auch flexibel sein sollte, kam uns schnell die Idee mit der magnetischen Halterung“, erinnert sich Kant.

Offener Umgang. Wenn Fehler oder Mängel festgestellt werden, geht man konstruktiv damit um. Seit etwas mehr als zwei Jahren werten Gunnar Kant und sein Team auch Beinahe-Unfälle sowie Beobachtungen zu unsicheren Zuständen aus. Auf allen Diensthandys ist eine App installiert, mit der Beobachtungen gemeldet werden können. Darüber hinaus stehen im gesamten Werk 13 Infopoints, an denen die Beschäftigten Sicherheitsmängel oder Vorschläge auf Zetteln notieren können.

Immer besser werden. Die Gemeinschaftsaufgabe Arbeitsschutz ist in der Belegschaft angekommen. So erhält auch der Sicherheitsbeauftragte Markus Brors regelmäßig Nachrichten mit Verbesserungsvorschlägen auf sein Handy. „Ich weiß es sehr zu schätzen, wenn die Kollegen sich die Zeit nehmen, sich zu melden“, betont der 43-jährige Industrielackierer.
 

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