Wie man besser mit Emotionen umgehen lernt © Getty Images / 123ducu

Wie man besser mit Emotionen umgehen lernt

Wenn jemand ganz überschwänglich nach der Beförderung sofort ins Auto steigt, kann das schnell zur Selbstüberschätzung führen. Eines ist jedenfalls klar: Gefühle beeinflussen unser Verhalten. Wer sich ärgert, fährt möglicherweise aggressiver, wer trauert, ist abgelenkt und unaufmerksam, wer sich sehr freut, nach Hause zu kommen, unterschätzt schon mal die eigene Geschwindigkeit in der Kurve. Und das kann gravierende Folgen haben. Auch wenn man keine direkten Rückschlüsse vom Unfallgeschehen auf die Beteiligung von Emotionen ziehen kann, so ist doch klar, dass diese häufig eine Rolle spielen und durch das Verkehrsgeschehen oft auch noch verstärkt werden.

Wie kann verhindert werden, dass Wut, Ärger, Traurigkeit und Euphorie im Straßenverkehr das Steuer übernehmen? Zunächst einmal ist es wichtig, sich selbst gut zu kennen und zu analysieren. Bin ich gerade überhaupt in der Lage zu fahren? Kann ich mich beherrschen? Oder wird mich eine Kleinigkeit aus der Ruhe bringen? Wo bin ich mit meinen Gedanken? Wer sich seiner Gefühle und Reaktionen bewusst ist, kann sie auch besser regulieren.

Sich selbst gut einzuschätzen und anderen gegenüber gelassen zu bleiben fällt nicht immer leicht. Man kann es aber lernen. Der DVR bietet Seminare und Trainings an, die genau hier ansetzen: die eigene Einschätzung und die der anderen miteinander abzugleichen. In den Seminaren werden häufige Verkehrssituationen in kleinen Videos geschildert. Dann wird abgefragt, wer wie reagiert hätte. Da in den Seminaren häufig Verfechtende aller Arten von Verkehrsmitteln – also Auto, Fahrrad, Motorrad und der eigenen Füße – anwesend sind, entsteht schnell ein Austausch, der die Perspektiven von allen für alle begreifbar macht.

Führungskräfte sind hier gefragt, geeignete Seminare und Trainings mit ihren Beschäftigten durchzuführen. Der DVR vermittelt auch speziell ausgebildete Trainerinnen und Trainer, die im Betrieb die Teams schulen. Die wichtigste Maßnahme, so betont Menzel, die Führungskräfte ergreifen könnten, sei aber: den Beschäftigten vermitteln, dass ihnen Sicherheit im Verkehr wichtig ist – wichtiger als der nächste Termin, als die ständige telefonische Erreichbarkeit und die pünktliche Lieferung.

Um überhaupt einen Bedarf an Trainings oder anderen Maßnahmen festzustellen, bietet der DVR ein Online-Tool zur Analyse, Beurteilung und Prävention. Das Tool nennt sich GUROM. Unternehmen und Beschäftigte können es nutzen, um die kritischen Punkte auf berufsbezogenen Wegen zu finden. GUROM bietet neben dem Assessment Hinweise, was verbessert werden könnte – diese werden für die Unternehmen direkt nach der Teilnahme von den Forschenden individuell erstellt.


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topeins.dguv.de/sicher-gesund-fuehren/cool-bleiben/

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