Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung © IFA / Saatwerk

Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung 

Am 1. Januar 2019 ist das Gute-KiTa-Gesetz in Kra¬ft getreten. Eine lange Liste von Maßnahmen legt fest, wie Kinderbetreuung in Deutschland besser werden soll. Ob das zugleich sichere und gesündere Arbeit für die bedeutet, die diese Betreuung leisten, wird sich zeigen. Denn auch die Liste ihrer Belastungen ist lang.

Deutschland 2018: Über 2,7 Millionen Kinder besuchen eine Kita oder werden in der Tagespflege betreut. Möglich machen das mehr als 600.000 pädagogische Fachkräfte; das Gros – über 90 Prozent – arbeitet in Kitas. Mit den Bewahranstalten des frühen 19. Jahrhunderts haben moderne Kitas längst nichts mehr zu tun. Sie sind – so erwarten es Politik und Gesellschaft – Einrichtungen der frühkindlichen Bildung und Erziehung. Es gelten Bildungspläne und Dokumentationspflichten. Seit 2013 greift der Rechtsanspruch auf die sogenannte U3-Betreuung. Zudem sorgt seit 2011 ein Nationaler Aktionsplan auch in Kitas für ein inklusives Miteinander: Ob Behinderung, Armut, oder Sprache, Inklusion erfasst jede Form der Einschränkung.
 
Für das pädagogische Personal heißt das: mehr Arbeit, mehr Verantwortung und mehr Weiterbildung, um die Fülle der neuen Aufgaben bei gleichbleibender Qualität zu meistern. Kleinstkindpädagogik, Austausch mit Therapieeinrichtungen oder Zusammenarbeit mit sozialpädiatrischen Zentren ergänzen den Arbeitsauftrag. Hinzu kommt eine steigende Zahl psychosomatischer und psychischer Störungen schon bei kleinen Kindern.

Was Wunder also, dass mehr als 80 Prozent der Betroffenen angeben, unter hohem und ständigem Zeitdruck zu arbeiten. Multitasking ist in Kitas Standard. Häufige Unterbrechungen ebenso. Kurzfristige Entlastung durch die „Gewinnung und Sicherung von Fachkräften“, wie sie das Gute-KiTa-Gesetz vorsieht, scheint fraglich. Denn zum einen altert auch der Berufsstand der Erziehenden; zum anderen krankt die Branche an vergleichsweise unattraktiver Bezahlung, schlechter Ausstattung, Raumnot und fehlender Mitbestimmung auf Trägerebene. Bis zum Jahr 2025 fehlen laut nationalem Bildungsbericht 2018 mehr als 300 000 Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung. Nur gut ein Drittel der Beschäftigten glaubt, bis zum Rentenalter ohne Einschränkungen arbeiten zu können.

Wo der Arbeitsschutz mit maßgeschneiderter Präventionsarbeit ansetzen kann, beschreibt das vorliegende Branchenbild.

 

Den ganzen Artikel finden Sie unter:

https://www.dguv.de/ifa/fachinfos/arbeiten-4.0/risikoobservatorium/branchen-a-z/index.jsp?src=asp-cu&typ=dl&cid=7430
 

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