Mensch ärgere Dich nicht-Spielfiguren sind auf ein Netzwerk symbolisierenden Linien aufgestellt

Wie führt man sicher und gesund in Zeiten der Pandemie

In dieser Praxishilfe erhalten Unternehmensleitungen und Führungskräfte Hinweise, wie sie in Zeiten einer Pandemie effektiv führen können. Eine Kultur der Prävention ist hier der entscheidende Faktor, um Nachhaltigkeit zu sichern. Fünf Tipps bieten Führungskräften Ansatzpunkte für konkrete Maßnahmen.

Eine Pandemie stellt Führungskräfte vor ganz unterschiedliche Herausforderungen.

Ein Macbook, auf dessen Bildschirm ein Video-Chat gezeigt wird

1. Proaktiv Sicherheit und Gesundheit betrachten: durch Pandemieplanung

Grundsätzlich ist zu empfehlen, dass Unternehmen einen Plan für die Pandemiesituation bzw. generell für Notfallsituationen erstellen. Hierin wird festgelegt, welche Prozesse im Ernstfall im Unternehmen aufrechterhalten werden müssen und wie das mit möglichst geringer Ansteckungsgefahr geschehen kann.

  • So kann zum Beispiel in einem festen Ablauf definiert werden, wie mit einer Erkrankung unter den Beschäftigten umgegangen wird, also wer informiert und wer ggf. mit unter Quarantäne gestellt werden muss.
  • Wichtig ist auch zu überlegen, wie man die Beschäftigten bei einer Lockerung der Kontaktbeschränkungen wieder in den betrieblichen Arbeitsalltag einbindet und welche Präventionsmaßnahmen oder Strukturen dafür benötigt werden, damit sicheres und gesundes Arbeiten auch vom Büro aus wieder ermöglicht wird.

    Hier finden Sie Beispiele und Vorlagen.
     
  • Zur Sicherheit und Gesundheit hat die Bundesregierung einen Standard für den Schutz der Beschäftigten vor Infektion am Arbeitsplatz verabschiedet. Dieser wird von den Unfallversicherungsträgern für die eigenen Branchen konkretisiert.

Weiterführende Informationen


Die aktuelle Fassung des Sars-CoV2-Arbeitsschutzstandards gibt es auf der Website des Bundesarbeitsministeriums.

Branchenspezifische Informationen finden sich auf den Websites der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Eine Liste gibt es hier.

Weitere Informationen finden Sie unter „10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung“.

Die Broschüre „Zwischenfall, Notfall, Katastrophe“ gibt einen guten Überblick zum Thema Notfallplanung.

2. Alle wichtigen Akteure einbinden

Damit alle wichtigen Punkte berücksichtigt werden und im Ernstfall alle schnell mitziehen, sollten in den Planungsprozess verantwortliche Akteure aus allen Unternehmensbereichen eingebunden werden. Hier sollten in jedem Fall alle einbezogen sein, die im Unternehmen oder der Einrichtung für Sicherheit und Gesundheit zuständig sind. In größeren Unternehmen wären entsprechend der Arbeitsschutzausschuss (ASA) sowie auch der Betriebsrat wichtige Akteure.

Wurde im Vorfeld kein Pandemieplan erstellt, müssen diese Überlegungen alle ad hoc durchgeführt und Prioritäten gesetzt werden. Auch hier ist es sehr wichtig, die einzelnen Unternehmensbereiche so intensiv wie möglich einzubinden.

Unternehmen, die eine gute Präventionskultur etablieren, haben es mit Beteiligungsprozessen leichter. Die Beschäftigten gewöhnen sich daran, auch eigene Ideen einzubringen und auf mögliche zukünftige Risiken hinzuweisen.

Zu dem Handlungsfeld Beteiligung gibt es weitere Informationen und Praxishilfen.

 

Cartoon zum Thema Homeoffice: Im Hintergrund ein Gassigeher mit Atemmaske und mehreren Hunden an der Leine, im Vordergrund ein Büroarbeiter, der statt mit Hunden mit Telefonhörern Gassi geht
Cartoon, auf dem eine weibliche Führungskraft ein zitterndes Monster mit der Aufschrift "Krise, Angst, Panik" streichelt

3. Beständige Kommunikation und Fehlerkultur während der Pandemie

Für die Mitarbeiter ist ein zuverlässiger Informationsfluss über gesundheitliche Fakten und den betrieblichen Zustand wichtig.

Es bietet sich eine gute Gelegenheit, Präventionsmaßnahmen und Informationen dazu zu kommunizieren und den Stellenwert von Sicherheit und Gesundheit noch stärker zu verankern.

Es ist auch zu empfehlen, dass ein offener und transparenter Umgang mit Fehlern kommuniziert wird. Wenn Beschäftigte beispielsweise aus Angst vor negativen Folgen verschweigen, dass Sie in Kontakt mit Infizierten waren, kann das erhebliche Konsequenzen haben.

Hier finden Sie hilfreiche Tipps im Handlungsfeld Kommunikation.

Informationen und Praxishilfen zur Förderung einer konstruktiven und gesunden Fehlerkultur gibt es hier.

 

4. Das „Wir“ stärken


Je länger eine Pandemie anhält, umso mehr wird den Beschäftigten häufig abverlangt, flexibel zu sein und unter Umständen auch zeitweise mehr oder intensiver zu arbeiten.

Transparenz und Wertschätzung helfen gerade in einer solchen Situation, ein "Wir-Gefühl" zu erzeugen. Außerdem sollten Führungskräfte darauf vertrauen, dass alle, auch von zu Hause aus, einen guten Job machen.

Die neue Situation stellt Beschäftigte vor unterschiedliche Herausforderungen. Hier sollten Führungskräfte nachfragen, in Kontakt bleiben und je nach Bedarf Unterstützung bieten.

Beschäftigten, die trotzdem die neue Situation schlecht bewältigen können, sollten auf lokale Unterstützungsangebote aufmerksam gemacht werden. Viele Gemeinden, die Gesundheitsämter oder Fachverbände, bieten Hinweise und Hilfe auch für psychische Probleme im Umgang mit einer Pandemie an (z.B. Bundesverband Deutscher Psychologen, Stiftung Depressionshilfe etc.).

Eine Pandemie kann dazu führen, dass der wirtschaftliche Druck in den Unternehmen steigt und so auch die Konflikte unter den Beschäftigten zunehmen, im Extremfall bis hin zu Mobbing.

Der Fachbereich Organisation von Sicherheit und Gesundheit der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung bietet für diese Fälle eine Organisationshilfe zum konstruktiven Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz an. Hier geht es zur Organisationshilfe.

Unter Umständen haben Beschäftigte trotz ergriffener Maßnahmen Schwierigkeiten, die neue Situation zu bewältigen. In diesen Fällen können lokale Angebote weitere Unterstützung bieten. Viele Gemeinden, Gesundheitsämter oder Fachverbände bieten Hinweise und Hilfe auch für psychische Probleme im Umgang mit einer Pandemie an (z.B. Bundesverband Deutscher Psychologen, Stiftung Depressionshilfe etc.).

Hilfreiche Informationen zum Thema Führung sind in der Broschüre und den Praxishilfen im Handlungsfeld Führung zu finden.

5. Unterstützung für Beschäftigte im Home-Office

Gerade Beschäftigte im Home-Office können bei der Ausführung von Arbeitsaufträgen nicht direkt begleitet werden. Daher empfiehlt es sich, hier konkrete Zielvorgaben zu entwickeln und die Beschäftigten selbst entscheiden zu lassen, wie sie diese erreichen. Natürlich sollten Sie bei Fragen immer ansprechbar sein.

Durch regelmäßigen Kontakt kann vermieden werden, dass sich möglicherweise negative gesundheitliche Folgen einstellen, sei es durch schlechte Ergonomie oder auch psychische Belastungen wie Isolation, schlechte Work-Life-Balance oder Überforderung. Die Einführung gemeinsamer "virtueller Kaffeeklatschrunden" kann hier neben arbeitsbezogenen Telefonaten oder Webkonferenzen zum Beispiel Entlastung bringen.

 

 

 

 

Ein Cartoon, in dem ein Mensch im Home Office von seinen Haustieren von der Arbeit abgehalten wird

Die vollständige Broschüre können Sie hier als PDF herunterladen. Darin finden Sie alle Tipps und Informationen gesammelt zum Ausdrucken oder Verschicken.

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