Schüler mit Mund-Nase-Schutz blickt in ein aufgeschlagenes Lehrbuch. Hinter ihm ist ein Klassenraum zu sehen. © pixabay.com

„Keine CO2-Vergiftung“ durch Alltagsmasken

Das Coronavirus wird vor allem durch Tröpfchen übertragen, die Menschen beim Sprechen, Niesen oder Husten abgeben. Neben dem Einhalten eines Sicherheitsabstands sind daher Mund-Nase-Bedeckungen (MNB; sog. Community- oder Alltagsmasken) ein einfaches Mittel, um das Risiko einer Übertragung zu verringern. Für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen sind sie in vielen Bundesländern ab der 7. Klasse derzeit aufgrund der Infektionslage Pflicht. In diesem Kontext sorgen Meldungen über angebliche gesundheitliche Gefahren für Verunsicherung: Manche behaupten sogar, dass Kinder, die eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, an einer „CO2-Vergiftung“ sterben oder Gesundheitsschäden davontragen können.

Dazu ist Folgendes zu sagen: Den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen liegen aktuell keine Informationen vor, die belegen, dass das Tragen einer MNB aus textilem Gewebe die Atmung in einem gesundheitsgefährdenden Maße beeinträchtigt oder eine so genannte 'CO2-Vergiftung' auslösen könnte.

Warum?

Ein „CO2-Stau“ unter der Maske oder gar eine „CO2-Vergiftung“ kann nicht eintreten. Zum einen ist der Totraum der Maske zu klein und zum anderen können CO2-Moleküle das Filtermaterial der Maske problemlos durchdringen (siehe hierzu auch die Stellungnahme der DGUV vom 16. November 2020).

In asiatischen Ländern wurden und werden Alltagsmasken übrigens bereits seit Jahrzehnten als selbstverständliche Maßnahme des Infektionsschutzes eingesetzt. Auch in Schulen ist es dort für Kinder und Jugendliche nicht ungewöhnlich, eine Maske zu tragen, um ihre Mitmenschen vor Ansteckung zu schützen.

Dem steht das Risiko gegenüber, sich selbst und in der Folge Mitmenschen mit dem Coronavirus zu infizieren. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen ist anerkannt als eine einfache und wirksame Schutzmaßnahme vor gegenseitiger Infektion. (Lesen Sie mehr zum Thema „Wirksamkeit von Masken bei der Verhinderung von Atemwegsinfektionen“ in dieser Literaturbewertung des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV).

Es ist richtig, dass das Tragen von MNB auf Dauer belastend sein kann. Daher wird auch in der Schule eine Tragezeitbegrenzung von drei Stunden empfohlen. Zur Tragezeitbegrenzung sollte überlegt werden, wann und wie lange gefahrlos die Maske abgenommen werden kann. Dieser Aspekt darf aber nicht dazu führen, das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen in Schulen insgesamt in Frage zu stellen, der Gewinn an Sicherheit und vor allem Gesundheit durch das Tragen von Masken ist essentiell.

Dabei sollten Alltagsmasken nicht die einzige Maßnahme des Infektionsschutzes sein. Ebenso wichtig ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Meter gewährleistet wird: Maßnahmen wie reduzierte Gruppengrößen und versetzte Pausenzeiten tragen dazu bei. Die Lehr- und Lernmittel (z. B. Stifte, Bücher, Unterrichtsmaterialien) sollen personenbezogen verwendet und nicht weitergegeben werden. Außerdem sollen Klassenräume regelmäßig bei weit geöffneten Fenstern gelüftet werden. Faustregel: alle 20 Minuten für fünf Minuten. Weitere Informationen zum SARS-CoV-2 Schutzstandard für Schulen finden Sie hier.

Aber was ist mit Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, zum Beispiel, weil sie an einer chronischen Lungenkrankheit leiden? In der Regel haben diese Menschen ein erhöhtes Risiko, an COVID-19 schwer zu erkranken. Zu ihrem Schutz sollten besondere Maßnahmen ergriffen werden. Das bedeutet zunächst, dass wir alle darauf achten, Infektionsketten so schnell wie möglich zu unterbrechen – auch durch das Tragen von Masken.

Übrigens: Auch wenn immer wieder Gerüchte das Gegenteil behaupten: Schulleitungen oder Lehrkräfte, die in der Schule Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen anordnen oder umsetzen, können sich dabei auf die Haftungsfreistellung durch die gesetzliche Unfallversicherung verlassen.

 

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