Hinweis

Durch die Corona-Arbeitsschutzverordnung des Bundesarbeitsministeriums (in Kraft ab 27. Januar 2021) sind Änderungen hinsichtlich des Einsatzes von Masken bei der Arbeit eingetreten. Danach haben Arbeitgeber medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder Atemschutzmasken zur Verfügung zu stellen, wenn zum Beispiel der Mindestabstand bei der Arbeit nicht eingehalten ist. Bislang waren in diesen Fällen Mund-Nase-Bedeckungen (Alltagsmasken) ausreichend. Die Arbeitsschutzverordnung ist befristet bis 15. März 2021. Weitere Informationen zur Corona-Arbeitsschutzverordnung erhalten Sie auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Piktogramme auf hellblauem Grund. Links: Mund-Nase-Bedeckung, Mitte: Mund-Nase-Schutz, rechts: Atemschutzmaske. © DGUV

Masken im Vergleich: Welche Unterschiede gibt es?

Atemschutzmaske, Alltagsmaske, Einwegmaske, MNB, MNS und FFP – rund um den Mundschutz kursieren viele Begrifflichkeiten. Im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Pandemie werden verschiedene Maskenarten genutzt, um Mund und Nase zu bedecken und die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Generell gilt: Masken können Leben retten. Tatsächlich bieten unterschiedliche Maskentypen auch unterschiedlichen Schutz – in ihrer Anwendung gibt es ebenfalls wichtige Besonderheiten zu beachten.

Die verschiedenen Bezeichnungen können verwirren: Beispielsweise werden Alltagsmasken fälschlicherweise mit Atemschutzmasken gleichgesetzt. Doch die beiden Masken unterscheiden sich maßgeblich in wichtigen Punkten: Während die Alltagsmaske vor allem andere Personen schützt, bietet die Atemschutzmaske neben Fremdschutz auch Eigenschutz für die tragende Person.

Eine detaillierte Übersicht, worin sich Mund-Nasen-Bedeckung (MNB), Mund-Nase-Schutz (MNS) und Atemschutz-Maske (FFP) unterscheiden, können Sie hier nachlesen.

1. Mund-Nase-Bedeckung (Community- oder Alltagsmaske, MNB)

Schutz: Begrenzte Barrierewirkung bzgl. gegenseitiger Infektion. Schützt die tragende Person außerdem vor Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen. Der Hintergrund ist, dass nicht jeder Mensch, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat, von seiner Infektion weiß. Trägt eine infizierte Person eine MNB, verhindert das zwar nicht, dass sie Tröpfchen und Aerosole abgibt. Die Bedeckung vermindert jedoch deren Verbreitung deutlich. Sie hilft also dabei, das Infektionsrisiko in solchen Situationen zu verringern, in denen der Sicherheitsabstand nicht gewährleistet werden kann.

Eigenschaften: Alltagsmasken unterliegen keinen Prüfungen oder Normen. Sie werden aus handelsüblichen, nicht zu grobmaschigen Stoffen gefertigt. Ihr Material sollte bei mindestens 60° Celsius waschbar sein, um eine Wiederverwendung zu ermöglichen.

Einsatzbereich:

  • In öffentlichen Bereichen, in denen sich viele Menschen aufhalten, und in denen aus diesem Grund der Sicherheitsabstand nicht immer gewährleistet ist.
  • Am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen immer dann, wenn aus arbeitstechnischen oder organisatorischen Gründen der Sicherheitsabstand nicht gewährleistet werden kann.

Anwendungshinweise: Sobald die MNB durchfeuchtet ist, sollte sie gewechselt werden. Das Tragen der MNB ist nicht gesundheitsgefährdend. Es wird empfohlen, die Maske ab und zu abzulegen, da das Tragen mit fortschreitender Dauer belastend sein kann. Gesundheitliche Bedenken muss niemand haben: Eine „CO2-Vergiftung“ durch das Tragen von MNB ist nicht möglich. Die Stoffe sind so durchlässig, dass Kohlendioxid und Sauerstoff sie jederzeit durchdringen können. Am Arbeitsplatz sollte der Arbeitgebende betriebsärztlichen Rat einholen, wenn Mund-Nase-Bedeckungen zum Einsatz kommen; eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung muss das Unternehmen den Beschäftigten jedoch nicht anbieten.

Siehe hierzu auch Stellungnahme der DGUV vom 16. November 2020.

2. Mund-Nase-Schutz (OP-Maske, medizinische Maske, MNS)

Schutz: Wie bei Mund-Nase-Bedeckungen begrenzte Barrierewirkung bzgl. gegenseitiger Infektion. Schützt die tragende Person außerdem vor Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen. Im medizinischen Bereich werden diese Masken z.B. im Operationssaal vom medizinischen Personal verwendet, um Infektionen am Patienten zu vermeiden.

Eigenschaften: Der MNS ist ein Medizinprodukt und muss die Anforderungen nach DIN EN 14683 „Medizinische Gesichtsmasken“, z.B. in Hinblick auf Filterleistung und Druckdifferenz erfüllen.

Einsatzbereich:

  • Im Gesundheitswesen
  • Zunehmend auch als Alternative zur Mund-Nase-Bedeckung

Anwendungshinweise: MNS ist in erster Linie für den medizinischen Bereich vorgesehen und wird dort nach jedem Einsatz entsorgt. Wie bei MNB sind durch das Tragen von MNS keine Gesundheitsschäden zu befürchten.

3. Atemschutzmaske (filtrierende Halbmaske, FFP)

Schutz: Filtrierende Halbmasken werden im Arbeitsschutz als persönliche Schutzausrüstung gegen Partikel und Aerosole eingesetzt, die eingeatmet werden können. FFP steht für „filtering face piece“, die Ziffer für die jeweilige Filterklasse. Je höher die Ziffer und damit Filterklasse (FFP1, FFP2, FFP3), desto höher ist die Filterleistung. Ein Schutz des Trägers vor SARS-CoV-2 ist ab Filterklasse FFP2 gegeben, im medizinischen Bereich sind in bestimmten Situationen (z.B. Bronchoskopie) Masken des Typs FFP3 erforderlich.

Eigenschaften: Filtrierende Halbmasken stellen Atemschutzgeräte dar und müssen die Anforderungen nach DIN EN 149 „Atemschutzgeräte – Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln“ erfüllen. Wichtige Prüfkriterien sind u.a. Leckage, Atemwiderstand und Hautverträglichkeit.

Einsatzbereich:

  • Im medizinischen Bereich sowie an Arbeitsplätzen, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann und ein beiderseitiges Tragen von MNB nicht möglich ist (z.B. bei gesichtsnahen Tätigkeiten in Kosmetiksalons).
  • Für den öffentlichen Raum reicht in der Regel eine Mund-Nase-Bedeckung oder ein Mund-Nase-Schutz aus.

Anwendungshinweise: Vor der Verwendung von Atemschutzgeräten, zu denen auch filtrierende Halbmasken zählen, müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bei langer Tragedauer Erholungszeiten festgelegt werden und es muss nach den Regelungen der DGUV Regel 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ eine Unterweisung erfolgen. Werden filtrierende Halbmasken länger als 30 Minuten pro Tag getragen, muss in Absprache mit dem zuständigen Betriebsarzt eine arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden.

Woran Anwenderinnen und Anwender normgerechte filtrierende Halbmasken erkennen können, ist hier nachzulesen.

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