#Nachgefragt: Diversity in der Medienbranche

Im Interview mit Andrea Peters, Vorstandsvorsitzende media:net berlinbrandenburg

Bei den Mitgliedern des media:net berlinbrandenburg handelt es sich um eine bunte Auswahl etablierter und junger Unternehmen aus der Medien-, Games-, Tech- und Digitalwirtschaft, die sich auf vielfältige Weise miteinander vernetzen. Wir sprachen mit der Vorstandsvorsitzenden, Andrea Peters, über Vielfalt bzw. Diversity in der Medienbranche und den Einfluss auf das Betriebsklima innerhalb eines großen Unternehmensnetzwerks.

Warum spielt Vielfalt bzw. Diversity gerade in der Medienbranche eine so entscheidende Rolle?

Wir erleben als media:net seit 18 Jahren, dass Innovationen, neue Produkte, nachhaltige Konzepte und Dienstleistungen besonders da entstehen, wo unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen aufeinandertreffen, wo bunt gemischte Teams gemeinsam Ideen spinnen. Vor allem kreative Felder wie die Medien- und Kreativbranche profitieren stark davon. Denn dort, wo man im Unternehmens- und Produktionskontext kreativ denken, planen und handeln muss, bereichert Vielfalt den täglichen Schaffensprozess ungemein. Und unsere Mitgliedsunternehmen bestätigen uns: Vielfalt ist ein Erfolgstreiber, aber gleichzeitig auch Anspruch und Herausforderung.

Welchen Beitrag kann Networking für Diversity leisten?

Einen ganz großen. Nicht allein über unsere Veranstaltungen – sei es online oder hoffentlich auch bald wieder physisch – kommen Menschen aus unterschiedlichen Branchen, Kulturen und mit verschiedenen Erfahrungswerten aus dem In- und Ausland zusammen. Sie glauben gar nicht, wie viele Kontakte und Kooperationen entstehen, wenn man gewillt ist andere Denk- und Herangehensweisen zuzulassen und in sein Unternehmen zu implementieren. Diesen Austausch fördern wir als Unternehmensnetzwerk intensiv.

Wie geht man als Netzwerk mit Diskriminierung und Ausgrenzung um und schafft man es, ein übergeordnetes, gesundes Betriebsklima im Netzwerk zu etablieren?

Diskriminierung und Ausgrenzung haben bei uns genauso wenig zu suchen wie sonst irgendwo auf dieser Welt. Zum Glück haben wir solche Erfahrungen innerhalb unseres Netzwerkes bisher nicht machen müssen. Ein gutes Betriebsklima resultiert aus einem offenen Miteinander, einem regelmäßigen Austausch und gutem Zuhören. Denn nur, wenn wir die Bedürfnisse unserer Mitglieder kennen, können wir entsprechende Angebote schaffen, die den Unternehmen Mehrwert und im besten Fall Erfolg versprechen.

Frau Peters, nach 13 erfolgreichen Jahren wollen Sie sich zum Jahresende, neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Haben Sie im Laufe Ihrer Zeit bei media:net einen Wandel in der Branche bezüglich des Stellenwerts von Diversity im Unternehmenskontext feststellen können?

Ja, ich werde im Januar 2021 die Geschäftsführung der Theaterkunst, Deutschlands größtes Kostümhaus für Film, TV, Werbung und Theater, übernehmen und freue mich sehr auf die neue Aufgabe.
Aber zu Ihrer Frage: Diversität ist und bleibt ein zentraler Innovationsmotor der Wirtschaft. In unserem letzten medien.barometer hatten wir die Entwicklung der Diversität in der Medien- und Digitalindustrie zum Thema. Heraus kam, dass eine höhere Diversität in Unternehmen zu mehr Zufriedenheit und mehr Optimismus führt. Ich persönlich habe schon den Eindruck gewonnen, dass Diversity in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und meiner Einschätzung nach sogar noch weiter ausbaufähig ist. Auch, wenn viele Unternehmen mittlerweile bewusst auf eine vielfältige Personal- und Arbeitsstruktur setzen, so gibt es hier und da immer noch Luft nach oben.

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