Eine dunkelhaarige Physiotherapeutin unterstützt einen älteren Mann in einem roten Trikot bei der Ausführung einer Bauchmuskelübung auf dem Rücken © DGUV


25.02.2021

Digitalisierung, Diversität und Co. – Diese vier Trends bestimmen die Entwicklung des Betriebliches Gesundheitsmanagements

Krankheiten vorzubeugen, Gesundheitspotenziale zu ­stärken und das Wohlbefinden der Beschäftigten am Arbeitsplatz zu steigern, wird in Einrichtungen und Unternehmen immer wichtiger. Ein Weg dorthin kann die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sein. Leichter gelingt es, wenn die Aktivitäten mithilfe von Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) zentral konzipiert und gesteuert werden. Welche vier Trends die Entwicklung des BGM aktuell bestimmen, zeigt „top eins – Das Portal für Führungskräfte“ nun auf.

1. Trend: Psychische Belastungen rücken in den Fokus

Das zentrale Instrument zur Überprüfung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist die Vervollständigung der Gefährdungsbeurteilung durch psychische Faktoren (GB Psych). Trotzdem diese Beurteilung gesetzlich vorgeschrieben ist, erfüllen lediglich 7,4 Prozent der Betriebe die Vorgabe. Hilfreich bei der Umsetzung können Tools sein. So setzt die Bayer AG beispielsweise auf einen Grob- und Feinanalyse-Dialog.

Zur Gefährdungsbeurteilung werden mit einer Grobanalyse zunächst die fünf Belastungsgruppen Arbeitsorganisation, Arbeitsinhalte, Arbeitsumgebung, soziale Beziehungen sowie neue Arbeitsformen erörtert. Für die Feinanalyse sammelt der Konzern aktuell neue Erfahrungen mit den kommmitmensch-Dialogen. „Ich wusste gleich, dass es das ist, was wir brauchen. Es ist spielerisch und nicht zu steif“, erklärt Thorsten Uhle, HSE-Manager bei der Bayer AG. Aufgrund des großen Erfolgs soll dieses Vorgehen weiter ausgerollt werden. Wie Sie konkret psychischen Belastungen vorbeugen können, lesen Sie hier.

2. Trend: Digitaler Wandel unter Vorbehalt

Zudem dürfte sich der Trend zur Digitalisierung des BGM weiter verstärken. Zu den digitalen Ins­trumenten gehören laut einer Broschüre der Verwaltungsberufsgenossenschaft VBG Wearables und Gesundheits-Apps, Online-Seminare, Online-Coachings, eine digitale Variante des Employee Assistance Program (EAP) sowie Gesundheitsplattformen zur Organisation von BGM-Maßnahmen.

Noch gibt es bei digitalen Instrumenten eine Vielzahl von He­rausforderungen, etwa den Datenschutz und Bedenken hinsichtlich Kontrolle und Überwachung. Auch „Digital-Stress“ ist ein Thema, das die Forschung beschäftigt. Zudem gibt es weder verbindliche Qualitätsanforderungen für Dienstleister noch Ergebnisse zu langfristigen Auswirkungen der Anwendung digitaler Instrumente.

3. Trend: Evaluation und Forschung verbessern die Qualität

In anderen Gebieten ist die Forschung bereits weiter. Auf dem Gebiet der arbeitsweltbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention hat sie in den letzten Jahren sogar zugenommen, wie der iga.Report 40 zeigt. Demnach gelten etwa Maßnahmen zur Verringerung des Tabak- und Nikotinkonsums als gut untersucht. Ebenso sind viele gute Ansätze in der Prävention von Stress und psychischen Störungen auszumachen.

4. Trend: Personalisierte Angebote für vielfältige Personengruppen

Auch auf einem anderen Gebiet tut sich etwas. Diversität rückt für immer mehr Unternehmen und Einrichtungen in den Fokus – je größer die Vielfalt, desto besser sollten die gesundheitlichen Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote darauf abgestimmt sein. „BGM muss in der Lage sein, die existente ‚Vielfalt in der Arbeitswelt‘ aufzugreifen und generell genauer hinsehen: Passt das BGM-Angebot zu der Lebenswirklichkeit der Beschäftigten?“, sagt Violetta Aust, Referentin Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren bei der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Das Gesundheitsmanagement müsse individuell passende Angebote schaffen. Grundlage hierfür ist die Förderung der Sicherheits- und Gesundheitskompetenz der Beschäftigten. Wie BGM divers umgesetzt werden kann, erklärt Dr. Sebastian Harrer von der ING bei #Nachgefragt.

Wer mehr über die aktuellen Trends im BGM erfahren möchte, wird hier fündig.

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