Die Kampagne kommmitmensch endet – mit ihr wurde Prävention nachhaltig etabliert

Im Rahmen der Präventionskampagne wurden seit Oktober 2017 zahlreiche Medien und Handreichungen entwickelt, die Betrieben und Bildungseinrichtungen konkrete Hilfestellungen bieten. Viele Inhalte werden die Präventionsarbeit der DGUV auch in Zukunft prägen.

28.09.2021. Eine Panel-Umfrage zeigte bereits 2014, dass die Themen Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Betrieben und Einrichtungen als sehr bedeutsam eingeschätzt werden. Die Umfrage offenbarte ebenso, dass Sicherheit und Gesundheit innerbetrieblich dennoch einen geringen Stellenwert haben. Dabei optimiert ein nachhaltiger Arbeitsschutz die Betriebsabläufe sowie Geschäftsprozesse, schützt die Gesundheit aller Mitarbeitenden und senkt darüber hinaus langfristig die betrieblichen Kosten.

Die im Jahr 2017 ins Leben gerufene Präventionskampagne kommmitmensch verfolgte davon ausgehend von Beginn an einen ganzheitlichen Ansatz, um Unternehmen dabei zu unterstützen, eine Präventionskultur zu entwickeln, in der Sicherheit und Gesundheit die Grundlage allen Handelns sind. Bestimmend für die Umsetzung der Kampagne waren die sechs Handlungsfelder Führung, Kommunikation, Beteiligung, Fehlerkultur, Betriebsklima sowie Sicherheit und Gesundheit.

Anhand dieser wurden in den vergangenen vier Jahren zahlreiche Medien und Handreichungen entwickelt, die Betrieben eine Analyse der Präventionsarbeit ermöglichen und konkrete Hilfestellungen bieten. Bewährte Anwendungen sind unter anderem das Analysetool KulturCheck zur Erfassung der einzelnen Handlungsfelder der Kampagne sowie die Dialogboxen. Diese erleichtern mit Kartensätzen und Postern den gemeinsamen Gesprächseinstieg und die Ableitung von geeigneten Präventionsmaßnahmen, beispielsweise zum Thema „psychische Belastungen“.

Der mediale Durchbruch und die Ausweitung auf den Bildungsbereich

Anfangs vor allem auf die Belange von Betrieben ausgerichtet, wurde die Präventionskampagne auf der Messe didacta im Februar 2019 für den Bildungsbereich vorgestellt. Erstmalig wurden dort die kommmitmensch-Dialoge für Bildungseinrichtungen wie Kitas, Schulen und Hochschulen, präsentiert. Aufgrund des erfolgreichen Einsatzes und Abrufes des Tools, wurden die Dialoge im Jahr 2021 um eine Version für die Berufliche Bildung erweitert.

Ebenfalls 2019 führte das kommmitmensch Film & Media Festival“ im Rahmen der internationalen Arbeitsschutzmesse A+A in Düsseldorf zum größten medialen Erfolg der Kampagne. Bei diesem Wettbewerb wurden Filme und Medienproduktionen rund um das Thema Arbeitsschutz und Prävention prämiert. Angesprochen wurden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Rund 120 Wettbewerbseinreichungen wurden von einer Fachjury begutachtet, die Siegesbeiträge bei einer vielbeachteten Preisverleihung auf der A+A ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr wird es das kommmitmensch Film & Media Festival auf der A+A geben.

Fokussierung auf den Kampf gegen die Corona-Pandemie

Die zum Beginn des Jahres 2020 sich ausbreitende SARS-CoV-2-Pandemie stellte auch die Kampagne vor neue Herausforderungen. Praxisnahes Informationsmaterial und branchenspezifische Handlungs-Tipps zum Umgang mit dem Virus wurden dringend benötigt. Unter dem Slogan „Arbeitsschutz ist Gesundheitsschutz“ wurden zunächst Handlungshilfen, Plakat- und Anzeigenvorlagen sowie Social-Media-Postings für die „Mini-Kampagne“ Hashtag #MaskeTragen entwickelt, um einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu leisten. Im Zuge der weiter anhaltenden Pandemie fokussierte sich die Kampagne über die Hashtags #LüftenHilft, #ImpfenSchützt sowie #TestenHilft auf den Schutz aller Beschäftigten sowie Schülerinnen und Schüler vor einer Corona-Infektion. Bei der im März 2021 gestarteten Social-Media-Aktion #ImpfenSchützt leisteten viele BG-Kliniken, Berufsgenossenschaften und Unfallkassen mit Testimonials realer Impfbekenntnisse aus ihren Branchen einen wichtigen Beitrag zur glaubwürdigen Vermittlung des Nutzens von Impfungen für die Eindämmung der Pandemie.

Evaluation zum Kampagnenende sowie Fortführung der Themen

Die Kampagne hat es geschafft einen Prozess in Gang zu setzen und die Aufmerksamkeit für das Thema Kultur der Prävention zu schärfen. Da es für eine nachhaltige Umsetzung in Betrieben und Bildungsstätten einen dauerhaften Willen zur Veränderung und weitreichende Kapazitäten braucht, wird das Thema auch nach dem Kampagnenende am 31. Dezember 2021 eine zentrale Rolle spielen. Um Prozesse und Maßnahmen für mehr Sicherheit und Gesundheit zielführend und langfristig zu stärken, wird es dazu in die reguläre Präventionsarbeit der gesetzlichen Unfallversicherung überführt und in den entsprechenden Fachbereichen und Sachgebieten angesiedelt. Ein abschließender Evaluationsbericht, der umgesetzte Maßnahmen der Kampagne genauer beleuchtet, wird ab Dezember in der Publikationsdatenbank der DGUV zur Verfügung stehen.

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