Eine blonde langhaarige Frau in einem weißen Oberteil kauft in einem Lebensmittelgeschäft ein, hält in der linken Hand einen Einkaufskorb und greift mit der rechten Hand nach Obst oder Gemüse © pexels.com – Anna Shvets


12.02.2021

Die Maßnahmen funktionieren – Beschäftige im Einzelhandel haben keine erhöhtes Infektionsrisiko durch das SARS-CoV-2-Virus

Noch immer steht das gesellschaftliche Leben weitestgehend still. Menschenansammlungen gibt es lediglich im Supermarkt. Folgt daraus ein erhöhtes Infektionsrisiko durch das SARS-CoV-2-Virus für Beschäftigte im Einzelhandel? Die vielen Kontakte zwischen Beschäftigten, Kundinnen und Kunden legen dies Vermutung nahe. Eine gemeinsame Untersuchung der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit 331.000 Teilnehmenden widerspricht diesem Verdacht und kommt sogar zur gegenteiligen Erkenntnis.  

Aus der Untersuchung geht hervor, dass zwischen Mitte März und Ende Oktober 2020 etwa 0,6 Prozent der im Einzelhandel Beschäftigen an Corona erkrankten. Bei der Allgemeinbevölkerung lag der Anteil im gleichen Zeitraum mit etwa 0,8 Prozent deutlich höher.

„Eine wesentliche Rolle für das geringe Infektionsrisiko spielen sehr wahrscheinlich die von den Unternehmen ergriffenen Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel die Abtrennungen an den Kassen und Bedientheken, Abstandsregeln, die Regelungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, die verstärkte Lüftung und die verstärkte Reinigung“, so Dr. Stefan Mayer von der Präventionsabteilung der BGHW. Hinzu komme, dass alle befragten Unternehmen ein Corona-Management mit eigener Kontaktnachverfolgung genutzt hätten. Gemeldete Infektionen seien überwiegend von außen in den Betrieb getragen worden.

Viele Kontakte von kurzer Dauer

Ein weiterer Grund für die geringe Ansteckungswahrscheinlichkeit ist die für den Einzelhandel typische kurze Kontaktdauer. Eine Kontaktdauer von 15 Minuten, die als Grenzwert für Hochrisikokontakte gilt, wird auch beim Aufeinandertreffen von Beschäftigten mit Infizierten nicht zwangsläufig erreicht. In einer weiteren, methodisch unabhängigen Analyse von Krankenkassendaten wurde zudem festgestellt, dass Erkrankungsrisiken für den Einzelhandel insgesamt unauffällig blieben. Dies gilt auch für die Bereiche des Einzelhandels, in denen während der Lockdown-Phasen gearbeitet wurde.

Der vollständige Beitrag erscheint in Kürze in der Fachzeitschrift „Arbeitsschutz in Recht und Praxis“ des Beck-Verlags in Kooperation mit der BAuA.

Weitere Informationen finden Sie bei der BGHW.

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