Aktive Beteiligung bedeutet Wertschätzung.
Aktive Beteiligung stärkt ein gesundes Betriebsklima.
Aktive Beteiligung fördert wertvolle Ressourcen.

Wer das Wissen aller im Betrieb nutzt, handelt sicherer, gesünder und erfolgreicher.

Die Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in betriebliche Entscheidungen ist für alle Beteiligten gewinnbringend: Erstens sind Beschäftigte auf der operativen Ebene die besten Fachleute – ihr Wissen nutzt also dem Unternehmen. Zweitens motiviert und stärkt es Beschäftigte, wenn ihre Meinung wertschätzend erfragt und berücksichtigt wird. Drittens haben gemeinsam getroffene Entscheidungen die beste Chance, verwirklicht zu werden.

Wer Beschäftigte einbindet, um einen Betrieb sicherer und gesünder zu machen, nutzt deren besondere Expertise. Aufgabe der Führungskräfte ist es, die organisatorischen Voraussetzungen für eine Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen und zu Ergebnissen zu kommen, die schließlich auch umgesetzt werden. Zudem sind die betrieblichen Interessenvertretungen wichtige Ansprechpersonen und Multiplikatoren: Sie spielen im Handlungsfeld „Beteiligung“ eine wichtige Rolle.

Sicherheit und Gesundheit gemeinsam gestalten

Nehmen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst – und beziehen Sie sie bei wichtigen Entscheidungen mit ein. So können gemeinsam mögliche Probleme frühzeitig erkannt und gelöst werden. Gegenseitiger Respekt und Wertschätzung spielen allerdings nicht nur auf kommunikativer Ebene eine Rolle, sondern auch in zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie beeinflussen das Betriebsklima und die Stimmung im Unternehmen. Auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten und wertschätzend miteinander umzugehen, trägt demnach auch dazu bei, dass Arbeit als sinnhaft erlebt wird und kreative Freiräume genutzt werden.

Selbstverständlich vertrauensvoll und verbindlich

Beteiligung darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss sich in den Strukturen und Abläufen des Betriebs widerspiegeln. Nur so entstehen Verlässlichkeit und Vertrauen darin, dass Beteiligung akzeptiert und gewollt ist. Am besten wird diese Verbindlichkeit schriftlich, z.B. im Leitbild oder in Dienst- bzw. Betriebsvereinbarungen, festgehalten.  So kann langfristig eine stabile Beteiligung bei Sicherheit und Gesundheit zum Vorteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelingen.

Gelebtes Commitment

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfinden es meist als Wertschätzung, wenn ihnen Einflussmöglichkeiten geboten werden. Gerade wenn es um sie selbst betreffende Angelegenheiten wie ihre Sicherheit und Gesundheit geht, wirkt sich das „Gefragtwerden“ positiv auf Motivation und Identifikation aus. Zudem erwächst aus gemeinsam getroffenen Entscheidungen eine Verbindlichkeit, aus der heraus Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen besser akzeptiert und genutzt werden. Das Rezept heißt: Commitment statt Verordnung von oben.

Einsatz ist also erwünscht, zum Beispiel:

  • ... bei kommmitmensch-Dialogen

Mithilfe der kommmitmensch-Dialoge können betriebliche Teams ihren gegenwärtigen Umgang mit Sicherheit und Gesundheit untersuchen. Es handelt sich um ein leicht zu handhabendes Instrument, um von einer kurzen Bestandsaufnahme zu konkreten Veränderungsansätzen zu kommen.
 

  • ... bei der Gefährdungsbeurteilung

Gute Beteiligungsmöglichkeiten bietet die Gefährdungsbeurteilung, die gesetzlich vorgeschrieben für alle Arbeitsplätze zu erstellen ist. Wer die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezieht, um Gefährdungen zu ermitteln und Schutzmaßnahmen abzuleiten, bekommt praxistaugliche Lösungen.

Wie eine Gefährdungsbeurteilung – auch unter Berücksichtigung psychischer Belastungen wie im Arbeitsschutzgesetz gefordert – beteiligungsorientiert und rechtssicher gelingt, erklären ein kurzer Film der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), Arbeitsprogramm Psyche (Downloadseite des Kurzfilms) sowie eine Broschüre (Downloadseite der Broschüre).
 

  • ... durch Verbesserungsvorschläge

Um gemeinsam Verbesserungen zu erzielen, bietet sich ein Vorschlagswesen an: Eine zentral im Betrieb platzierte Tafel, ein Briefkasten oder eine App laden Beschäftigte ein, Ideen einzureichen. Wichtig ist es, eine zeitnahe und wertschätzende Rückmeldung zu organisieren.

Ein Download-Formular für das Vorschlagswesen finden Sie hier (PDF – 65 KB).
 

  • ... durch Beteiligung beim Einkauf von Produkten

Werden Produkte wie Maschinen, Mobiliar, Fahrzeuge oder Ähnliches angeschafft oder beauftragt, sollten Sicherheit und Gesundheit Kriterien bei der Auswahl sein. Dabei hilft eine Checkliste (Downloadseite der Checkliste).
 

  • ... mithilfe von Ideentreffen

Ein effektives Instrument, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, ist der Ideentreff: eine praktische Hilfestellung für kleine Betriebe, um die Ideen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stärker einzubinden. Kernstück sind regelmäßige, nach einem festgelegten Muster ablaufende Mitarbeiterbesprechungen.

Detaillierte Informationen zu Ideentreffen finden Sie in der Broschüre DGUV Information 206-007 „So geht's mit Ideen-Treffen“: Download – PDF (754 KB)

Ideentreffen

Das Video „Was sind Ideentreffen? Und wie geht's?“ zeigt, wie Ideentreffen funktionieren und was sie bewirken können:

Kurze Fragen zur Selbstreflexion:

  • Sind Möglichkeiten der proaktiven Beteiligung für Beschäftigte und Führungspersonen vorhanden?
  • Wissen die beteiligten Personen, woran Sie beteiligt werden (> Zielsetzung)?
  • Schaffe ich als Führungskraft die organisatorischen Voraussetzungen, um Beschäftigte proaktiv mit einzubeziehen?
  • Ist die Beteiligung auf Augenhöhe und haben alle aus dem Betrieb die gleichen Chancen daran teilzuhaben?
  • Werden Maßnahmen gemeinsam abgeleitet und umgesetzt?
  • Wird eine zeitnahe und wertschätzende Rückmeldung gegeben, auch wenn Maßnahmen nicht umgesetzt werden können?

Tipps

Zeitnahe Umsetzung

Analysieren und Abfragen von betrieblichen Prozessen ist das eine. Darauf sollten jedoch auch zeitnah Taten folgen und die gemeinsam abgeleiteten Maßnahmen umgesetzt werden.  Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dies  als wertschätzend und  motivierend empfinden, bei weiteren Fragestellungen und Projekten mitzuwirken und Ihre Ideen einzubringen.
 

Betriebliche Interessenvertretung einbeziehen

 Bei der Optimierung der Beteiligung im Betrieb agieren Interessenvertretungen als wichtige Multiplikatoren. Die Teilnahme und Mitbestimmung an wesentlichen Arbeitsprozessen kann schließlich dazu beitragen, dass mögliche Risiken und Gefahren rechtzeitig kommuniziert werden. Werden ähnliche Verbesserungsvorschläge mehrmals von der Belegschaft dem  Betriebsrat vorgebracht, kann sich die betriebliche Interessenvertretung  stärker für Veränderungen im Unternehmen einsetzen.

Handlungshilfen zu Beteiligung

„Gefragt werden“ ist es, was die Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten ausmacht. Beteiligung kann schon im kleinen wirken – ganz gleich, ob als betriebliches Vorschlagswesen, dem Ideentreffen oder bei der Gefährdungsbeurteilung.  Mehr zum Thema Beteiligung und den Möglichkeiten für kommmitmenschen – an Information und konkreten Maßnahmen zur Umsetzung – finden Sie in den Handlungshilfen. Einfach anklicken und sofort nutzwertige Information abrufen.

Broschüre
Beteiligung – Beschäftigte Beteiligen – Sicherheit und Gesundheit mitgestalten
Handlungsfeld Beteiligung – Beschäftigte beteiligen – Sicherheit und Gesundheit mitgestalten

Format: PDF | Dateigröße: 1,1 MB

Praxishilfe
Praxishilfe Beteiligung – LernteamsPraxishilfe Beteiligung – Lernteams

Format: PDF | Dateigröße: 649 KB

Checkliste: Betriebliche Merkmale einer aktiven Beteiligung

✓ Beschäftigte werden bei Diagnose, Planung, Durchführung und Evaluation von Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit aktiv einbezogen.

✓ Es werden Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, die Ergebnisse kommuniziert und daraus gemeinsam Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

✓ Beschäftigte werden als Expertinnen und Experten für ihren Arbeitsplatz aktiv an der Gefährdungsbeurteilung und beim Einkauf von Produkten beteiligt.

✓ Beschäftigte können von sich aus Verbesserungsvorschläge einbringen. Sie können darauf vertrauen, eine angemessene Rückmeldung zu erhalten.

✓ Beschäftigte sind eingeladen, ihre Expertise auch über Gesundheitszirkel, Ideentreffen oder andere Arbeitsgruppen hinaus einzubringen.

Literatur- und Medienhinweise

QUALIFIZIERUNG

Gesundheits- und Qualitätszirkel - BGW

Qualifizierungs- und Beratungsangebot – Trainingseinheit zum „Gesundheitszirkel-Moderator"

www.bgw-online.de
BROSCHÜRE

Was stresst? Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung – UVB

Handlungshilfe zur Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

www.uv-bund-bahn.de
BROSCHÜRE (KOSTENPFLICHTIG)

Gemeinsam zu gesunden Arbeitsbedingungen – BG ETEM

Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen in Betrieben mit bis zu 10 Beschäftigten

www.bgetem.de
SONSTIGES

Gesund im Mittelstand – BGHM

Mitarbeiterbefragung gibt Informationen über Gesundheit, betriebliche Einflussmöglichkeiten

www.bghm.de
BROSCHÜRE

Gesundheitszirkel – Eine runde Sache für mehr Gesundheit – UVB

Der Gesundheitszirkel im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

www.uv-bund-bahn.de
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