Robért Hempen – Ich bin kommmitmensch

Immer unterwegs

Schausteller Robért Hempen ist neun Monate im Jahr auf Tour. Mehrere Angestellte begleiten ihn bei Auf- und Abbau, doch diese sprechen kaum Deutsch. Weil Kommunikation für die sichere Zusammenarbeit unerlässlich ist, hat sich der Unternehmer einiges einfallen lassen.

Robért Hempen und sein Team

Teamwork – aber sicher!

Robért Hempen und seine Frau Nadine haben es sich in Campingstühlen vor ihrem Wohnmobil gemütlich gemacht. Sie trinken eine Tasse Kaffee und schauen ihren beiden Kindern beim Spielen im Sandkasten zu. Solche Momente der Ruhe währen nie lang: In wenigen Tagen wird die Familie bereits wieder ihre Sachen packen und weiterziehen. Herumreisen gehört für sie zum Alltag, denn die Hempens sind Schausteller – und das bereits in der siebten Generation.

Von April bis Oktober ist die Familie jedes Jahr unterwegs, macht Station bei bis zu 15 Volksfesten in ganz Deutschland. Robért Hempen ist Besitzer des Laufgeschäfts „Big Bamboo“ – eine überdimensionale Bambushütte mit Spiegeln, Rollen und wackeligen Brücken, durch die die Besucherinnen und Besucher klettern und balancieren. Sogenannte Laufgeschäfte, das sind Kirmesattraktionen wie Irrgärten, Spiegelkabinette oder eben „Big Bamboo“, die das Publikum zu Fuß erkundet – und sie sind Hempens Leidenschaft. Die Arbeit stellt ihn immer wieder vor Herausforderungen: Er muss nicht nur für die Sicherheit seiner Gäste im laufenden Betrieb sorgen, sondern auch dafür, dass es seiner Belegschaft gut geht. Gerade bei Auf- und Abbau der tonnenschweren Teile lauern Gefahrenquellen. Kurze Momente der Unachtsamkeit können zu langwierigen Verletzungen führen. Wer nicht aufpasst, klemmt sich schnell den Finger, stößt sich den Kopf – oder trägt im schlimmsten Fall größere Verletzungen davon.

Es ist wichtig, dass wir uns vor der Arbeit zusammensetzen und mögliche Gefahrensituationen durchsprechen.

Sprachbarrieren kreativ begegnen

Drei bis vier rumänische Angestellte, die für den Auf- und Abbau zuständig sind, begleiten die Hempens jedes Jahr auf ihrer Tour. Die größte Herausforderung stellt hierbei die Sprachbarriere dar: Denn die Rumänen sprechen kaum Deutsch – die Hempens wiederum können so gut wie kein Rumänisch. Damit sich am Arbeitsplatz trotzdem alle verstehen, musste Robért Hempen kreativ werden: „Ich habe Broschüren mit den wichtigsten Arbeitsschritten erstellt und den Erklärtext zu den Bildern auf Rumänisch übersetzen lassen.“

Vieles läuft zudem über Handzeichen, die ebenfalls in der mehrsprachigen Broschüre erklärt sind. Und falls doch einmal Fragen offenbleiben, hilft Hempen ein langjähriger Mitarbeiter, der ihn bereits seit neun Jahren begleitet und inzwischen so gut Deutsch versteht, dass er übersetzen kann.

Neben der Erklärbroschüre hat Hempen außerdem eine Broschüre mit realistischen Unfallbildern erstellt wie etwa von Wunden am Arm, die die Angestellten so daran erinnern, wie wichtig Sicherheit an diesem Arbeitsplatz ist.

Eigens entwickelte Broschüren weisen auf Gefahren hin.

Als Chef erledige ich die gleiche Arbeit wie meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich befehle nicht. Ich ziehe sie mit.

Robért Hempen und ein Mitarbeiter bei der Arbeit

Lohnende Vorsorge

Robért Hempen ist der Erste in seiner Familie, der sich so intensiv mit den Themen Arbeitssicherheit und Gesundheit befasst. So muss inzwischen das ganze Team bei Auf- und Abbau einen Helm tragen, darauf achtet der Chef penibel. „Ich muss schon öfter daran erinnern, die Sicherheitskleidung auch wirklich zu tragen“, erzählt er.

Doch Hempen weiß: Wenn er beim Thema Arbeitssicherheit nicht am Ball bleibt, dann kann auch mal etwas Größeres schiefgehen. Deshalb bildet er sich auch selbst regelmäßig weiter: „Ich besuche Seminare beim TÜV, bei der Feuerwehr und bei der Berufsgenossenschaft.“ Hier bereitet er sich auch auf einen Ernstfall vor – der glücklicherweise noch nie eingetreten ist. Seine Gründlichkeit zahlt sich eben aus: Er hat noch keinen größeren Unfall erlebt.

Neue Impulse

Auch in der Winterpause beschäftigt das Schaustellergeschäft die Familie: Robért und Nadine Hempen schreiben in der kalten Jahreszeit rund 200 Bewerbungen für das kommende Jahr – denn jedes Jahr werden die Schaustellerplätze auf den Festen neu vergeben. All das gehört für die Hempens zum Geschäft: „Für uns gibt es nichts Schöneres, als quer durch Deutschland zu reisen und immer wieder Neues zu erleben.“

Big Bamboo wird aufgebaut

Schauplatz Rummel

Damit sich alle wohlfühlen, müssen Chefs für ein gutes Betriebsklima sorgen. Im Video gibt Robért Hempen Einblicke in seine Arbeit und zeigt, wie richtige Kommunikation für eine gute Arbeitsatmosphäre sorgt und gleichzeitig Risiken vorbeugt.

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