Christa Keßler – Schulleiterin Marion Dönhoff Gymnasium

Wertschätzung von Anfang an

„Einen respektvollen Umgang lehren, das ist mir ein großes Anliegen“, so Christa Keßler, Direktorin des Marion-Dönhoff-Gymnasiums. „Dabei sind die Pflege von Bienen und der artgerechte Umgang mit Hunden, wie die Kinder es in der Schulhunde-AG erfahren, kleine Lernschritte zu einem achtsamen Miteinander. Achtsam auch sich selbst gegenüber“.

Bienenpflege ist Umweltpflege

Bienenpflege ist Umweltpflege

„Ich möchte Tieren helfen und Bienen besonders. So kann ich etwas für die Umwelt tun, das gefällt mir an meiner Schule“, sagt die 11-jährige Emma, die in der Bienen-Gruppe mitmacht. Die Bienen-AG ist nur ein Beispiel im Marion-Dönhoff-Gymnasium in Lahnstein, wo die Kinder einen wertschätzenden und respektvollen Umgang mit anderen – in diesem Fall mit anderen bedeutend kleineren Lebewesen lernen. Kacpar ist 12 und in der Schulhund-AG: „Ich finde es cool. Wir lernen, wie man sich mit einem Hund richtig verhält, wie man ihn an die Leine nimmt oder wie man ihm Leckerli gibt." Sofia, 11 Jahre, freut sich, dass sie lernt, wie sie einen großen Hund nur mit Handzeichen führen kann. Für Christa Keßler vermittelt der Unterricht mit den Hunden den Kindern weit mehr als nur Theorie. Das ist gelebtes Lernen. Die Hobbyzüchterin, die ihre vier Hunde für die Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung stellt, hat 60 Stunden Theorie und Praxis absolviert und auch die Hunde gingen in die „Schule“ und legten am Ende eine Prüfung ab, damit sie als Schul- und Besuchshunde qualifiziert sind. Auch Christa Keßler hat durch die Hunde für sich viel Neues gelernt, was ihr als Führungskraft zugutekommt: „Es hat sich viel an meinem Führungsstil geändert, seit ich Hunde habe. Ich bin klarer geworden in meinen Ansagen, bin bereit tatsächlich die Führung zu übernehmen. Ich würde es Konsequenz mit Herz nennen.“

Es hat sich viel an meinem Führungsstil geändert, seit ich Hunde habe. Ich bin klarer geworden in meinen Ansagen, bin bereit tatsächlich die Führung zu übernehmen. Ich würde es Konsequenz mit Herz nennen.

Wer sich wohl fühlt, lernt leichter

Ares vom ritterlichen Bären, kurz Ari, ist einer von drei eingesetzten Hunden und ganz und gar kein Kuscheltier! Er ist unter anderem ein Lesehund, eigentlich müsste es korrekterweise „Zuhörhund“ heißen, denn Ari lässt sich vorlesen und das in mehreren Sprachen: In Deutsch, Englisch und Französisch. „Die Kinder verlieren ihre Scheu laut zu lesen. Es hört ihnen jemand zu und sie werden dennoch nicht korrigiert,“ sagt Christa Keßler. „Menschen brauchen Tiere. Streicheln entspannt,“ das erlebt sie immer wieder. Wer eine Streicheleinheit gerade besonders nötig hat, das erspüren die Schulhunde allein. „Hunde haben für die Gefühlslage der Menschen das absolute Gespür. Ich habe den Hund manchmal im Unterricht dabei und er geht zu dem Kind, das ihn am meisten braucht.“ Wer sich wohl fühlt, lehrt auch lieber – Bei manchen kritischen Situationen hilft auch kein Hund. „Kommunikation gehört zu meinen Aufgaben, wobei das zu 80 Prozent bedeutet aufmerksam zuzuhören, den Jugendlichen, den Kolleginnen und Kollegen und den Eltern. Aber auch mit den Ängsten des Kollegiums umzugehen und sie aufzufangen, ist eine wichtige Aufgabe. Existenzängste machen meine Lehrerinnen und Lehrer krank. Uns wurde immer mehr Personal im Marion-Dönhoff-Gymnasium abgezogen und die Unsicherheit, ob der Arbeitsplatz in Gefahr ist oder ob eine Versetzung droht ist unter dem Gesundheitsaspekt furchtbar. Viele der Kolleginnen und Kollegen könnten besser und effektiver arbeiten, wenn der Gedanke an Abordnungen oder Versetzungen sie nicht beschäftigen würde.“

Wer sich wohl fühlt, lernt leichter

Menschen brauchen Tiere. Streicheln entspannt. Wer eine Streicheleinheit gerade besonders nötig hat, das erspüren die Schulhunde allein.

kommmitmensch durch und durch

Kommmitmensch durch und durch

Christa Keßler lebt die kommmitmensch-Ideen schon länger als die Kampagne Worte dafür fand. Unterstützung bekommt sie von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Gerlinde Weidner-Theisen von der Unfallkasse engagiert sich selber für die Ziele der Kampagne. „Ich lebe immer bewusster kommmitmensch auch im Privaten. Es gibt einen Konflikt, ich spreche ihn an und frage meinen Partner und mich selbst, wie können wir ihn lösen?“ so Gerlinde Weidner-Theisen. „Wir müssen im Kleinen beginnen und Geduld haben, damit die Idee wachsen und reifen kann.“ Die Mitarbeiterin der Pressestelle ist sich sicher, dass Führungskräfte Vorbildcharakter haben müssen: „Deshalb richtet sich das erste Handlungsfeld der Kampagne auch an diesen Personenkreis. Wir müssen die Themen zuerst in den eigenen Häusern umsetzen und vorleben, bevor wir sie zu unseren Mitgliedern und Versicherten hinaustragen. Darum gibt es in unserem Haus die Arbeitsgruppe ‚So leben wir die Kampagne‘, die beispielsweise mit Aktionstagen alle Mitarbeitenden anspricht.“

Wir müssen im Kleinen beginnen und Geduld haben, damit die Idee wachsen und reifen kann.

Betriebsklima – viel mehr als nur ein Wort

Für Christa Keßler, die am Marion-Dönhoff-Gymnasium Lahnstein ihr Abitur gemacht hat, umfasst der Begriff Betriebsklima weit mehr, als nur der Umgang miteinander. „Zum Betriebsklima zählt für mich auch das Ambiente. Sind das Räume, in denen ich mich wohlfühle? Und was brauche ich, damit ich mich wohlfühle?“ Damit es Räume werden in denen sich alle gut fühlen, hat sie bei ihrem „Amtsantritt“ vor fünf Jahren zusammen mit dem Kollegium, den Eltern und den Schülerinnen und Schülern drei Tage lang gespachtelt, gemalert und gepinselt. Zwar haben einige ihre Renovierungsarbeiten im Vorfeld belächelt, aber nach zwei Tagen waren alle begeistert. „Es waren die Jugendlichen, die auf die Idee kamen auf die Säulen in der Schule die Werte zu schreiben, die ihre Schule tragen und uns allen wichtig sind“, erzählt Christa Keßler.

Betriebsklima – viel mehr als nur ein Wort

Zum Betriebsklima zählt für mich auch das Ambiente. Sind das Räume, in denen ich mich wohlfühle? Und was brauche ich, damit ich mich wohlfühle?

Europaschule

Europaschule

Für Gerlinde Weidner Theisen ist Christa Keßler, die sie beim Unfallkassen-Pilotprojekt „Gesundheitsmanagement macht Schule“ kennengelernt hat, gelebter kommmitmensch. „Sie ist engagiert als Direktorin und als Lehrerin, sie kann Stärken aufzeigen und zu Schwächen stehen. Ihre Ideen könnten durchaus Schule machen in anderen Schulen. Auch ist sie ein sehr offener Mensch.“ Da passt es, dass Christa Keßler direkt nachdem sie am Marion-Dönhoff-Gymnasium angefangen hat, ihre Schule als Europaschule beworben hat: „Da mussten wir nichts aufsatteln. Alles was von unserer Schule gefordert wurde um Europaschule zu werden, haben wir ohnehin schon getan: Internationale Wettbewerbe, zusätzliche Sprachen, soziales Engagement, internationale Begegnungen sind vorhanden. Toleranz und Weltoffenheit zeichnet unsere Schule ganz sicher aus.“. So hat es auch nicht verwundert, dass das Gymnasium bereits nach einem Jahr schon eine Auszeichnung bekam für besondere Leistungen als Europaschule. Es darf sich nun auch „Botschafterschule für das europäische Parlament“ nennen. "Die Schule ist über das Europaprofil hinaus seit vielen Jahren eine MINT-EC-Schule: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wir können ein MINT-EC-Zertifikat vergeben. Nicht nur besonders Begabte, sondern alle die bereit sind sich darauf einzulassen, haben in den vergangenen Jahren erste und zweite Preise gewonnen.

Alles was von unserer Schule gefordert wurde um Europaschule zu werden, haben wir ohnehin schon getan: Internationale Wettbewerbe, zusätzliche Sprachen, soziales Engagement, internationale Begegnungen sind vorhanden. Toleranz und Weltoffenheit zeichnet unsere Schule ganz sicher aus.

Machen ist wie wollen – nur cooler

Christa Keßler: „Als die erste Flüchtlingswelle kam, waren es vor allem unbegleitete junge Männer, die zu uns kamen. Die Politik hat es nicht wirklich hinbekommen zeitnah Sprachunterricht zu organisieren, also haben wir einige der jungen Männer in unsere Klassen integriert. Sie saßen dann in unseren 8. und 9. Ganztagsschulklassen, bekamen wöchentlich 20 Stunden Unterricht in Deutsch als Fremdsprache und hatten in den zusätzlichen Stunden die Möglichkeit, sich in die Gruppe zu integrieren. Mittlerweile studieren bereits zwei von ihnen. Es haben sicherlich beide Seiten profitiert – die jungen Syrer und Afghanen lernten Deutsch und meine Jugendlichen etwas über die Flucht der jungen Ausländer und deren Leben zu Hause. Das hat ˏunsereˊ Schülerinnen und Schüler sicherlich bescheidener werden lassen.“ Christa Keßler: „Wir sind als Schule schon sehr gut. Das heißt nicht, dass wir nicht noch besser werden können“.

Machen ist wie wollen – nur cooler

Werte vermitteln

Rücksicht, Fürsorge, Respekt und Toleranz, das lernen die Kinder am Marion-Dönhoff-Gymnasium Lahnstein genauso selbstverständlich wie den Erwerb von Kompetenzen und Wissen. Etwas, was sie sicherlich mitnehmen, auch wenn die Schule aus ist. Emma bringt es auf den Punkt: „Wir machen Zuckerwasser für die Bienen. Wir kontrollieren, ob es Milben gibt. Wir schauen nach den Waben. Wir passen immer gut auf die Bienen auf.“

Europaschule Marion Dönhoff Gymnasium
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