Mann steht in der U-Bahn und trägt eine Maske. Im verschwommenen Hintergrund sind andere Fahrgäste zu sehen. © DimaBerlin - stock.adobe.com

Angst vor der Konfrontation

Gegenüber in der Bahn sitzt jemand ohne Maske. Ansprechen oder nicht? Wer etwas sagt, muss mit Abwehr rechnen, das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Präventionskampagne „kommmitmensch" der gesetzlichen Unfallversicherung. Gut 43 Prozent der Befragten gaben an, unfreundliche Antworten erhalten zu haben, knapp 30 Prozent wurden gar beleidigt.

Kein Wunder, dass viele Menschen die Maskenmuffel erst gar nicht ansprechen. Lediglich knapp 40 Prozent der rund 5.000 Befragten gaben an, bereit zu sein, andere Personen auf das Einhalten der Corona-Regeln, wie Abstand halten und Maske tragen, hinzuweisen. Mehr als 50 Prozent tun dies nicht. Als häufigste Gründe für ihre Zurückhaltung nannten die Befragten, andere nicht belehren zu wollen (27 Prozent), Angst vor körperlichen Angriffen (25 Prozent) und Beleidigungen (22 Prozent).

„Menschen auf unerwünschtes Verhalten anzusprechen, ist immer schwierig und riskant", sagt Prof. Dirk Windemuth, Leiter des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG): „Oftmals weiß man nicht, ob jemand aus Protest oder aus Gedankenlosigkeit keine Maske trägt.“ Wie soll man sich verhalten in solchen Situationen? Windemuth rät, nie allein in eine kritische Situation zu gehen. „Eigenschutz hat immer Vorrang. Man sollte auch an Rückzugsmöglichkeiten für sich selbst und die angesprochene Person denken.“

Auch wenn bei Einigen die Disziplin nachlässt, die überwiegende Mehrheit hält sich offenbar weiterhin an die Regeln. 90 Prozent der Befragten gaben an, Hygieneregeln, Mundschutz- und Abstandsgebote zu respektieren.

Das Einhalten der Corona-Regeln polarisiert aber nicht nur die Gesellschaft, auch in Betrieben kann das Thema für Diskussion sorgen. Damit es auch hier zu keinem Unverständnis oder gar einer Eskalation kommt, empfiehlt Windemuth klare und gemeinsam erarbeitete Aussagen zu den Regeln zu treffen. Das koste zwar Zeit, dennoch lohne sich die Mühe. „Beschäftigte bei Prozessen im Betrieb zu beteiligen, ist ohnehin ein wichtiges Element, um sicher und gesund zu arbeiten", erklärt Windemuth. „So kann man bei auftretenden Fehlern, wie zum Beispiel, wenn jemand seine Maske vergessen hat, viel einfacher einen konstruktiven und verständigen Umgang miteinander finden."

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 5.000 Personen zwischen dem 08.09.2020 und dem 13.09.2020 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die bundesdeutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei etwa. 2,5 Prozent.

Die vollständigen Umfrageergebnisse können Sie hier nachlesen.

Hintergrund „kommmitmensch“

kommmitmensch ist die bundesweite Präventionskampagne von Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und ihrem Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Hintergrund ist, dass die Zahl der Arbeitsunfälle in den vergangenen Jahren nicht mehr deutlich gesunken ist. Um dem Ziel der Vision Zero, einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen, weiter näher zu kommen, brauchen wir deshalb einen ganzheitlichen Ansatz: kommmitmensch unterstützt Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei, eine Präventionskultur zu entwickeln, in der Sicherheit und Gesundheit Grundlage allen Handelns sind.

Pressekontakt

Stefan Boltz
Stefan Boltz

Pressesprecher

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

 

Tel.: 030 13001-1414

E-Mail: stefan.boltz@dguv.de

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