#Nachgefragt: Diversität im Unternehmen

Im Interview mit Dr. Sebastian Harrer

Diversität steht für Vielfalt von Menschen und Lebensformen und ist nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in der immer komplexer werdenden Arbeitswelt von großer Bedeutung. Wie wertvoll eine vielfältige Belegschaft für ein Unternehmen ist und wie Diversität mit einer Kultur der Prävention zusammenhängt – dazu spricht Dr. Sebastian Harrer, Head of HR, von ING Deutschland.

Wie wertvoll ist Diversität für Ihr Unternehmen?

Wir sind fest davon überzeugt, dass diverse Teams besser sind: Unsere Kunden sind vielfältig und daher ist es wichtig, dass unsere Belegschaft diese Vielfalt reflektiert, um besser auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Zudem sind diverse Teams mit unterschiedlichen Perspektiven und Hintergründen kreativer, anpassungsfähiger und innovativer. Das ist für uns als agil arbeitendes Unternehmen essentiell. Dabei ist aber nicht nur Diversität ein wichtiger Faktor, sondern auch eine inklusive Unternehmenskultur.

Nur in einem Unternehmen, in dem Wertschätzung, Fairness und Toleranz gelebte Werte sind, bringen sich Menschen mit ihrer ganzen Persönlichkeit und ihrem ganzen Potential ein.

Wie ermöglichen Sie die Teilnahme von Menschen mit verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Fähigkeiten an der Kultur der Prävention?

Diversität beschränkt sich bei uns nicht nur auf die offensichtlichen Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Nationalität. Es geht auch um unterschiedliche Kompetenzprofile und Persönlichkeitsmerkmale. Dieses Verständnis für die Individualität jedes Einzelnen und Vielfalt der Belegschaft zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Angebote für die Beschäftigten, insbesondere im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).

Das BGM der ING umfasst über sportliche Betätigungsangebote hinaus auch Gesundheitsseminare für Führungskräfte und Beschäftigte, Kochkurse, ergonomische Arbeitsplätze und gesunde Fit-Menüs in der Kantine. Zudem haben wir Betriebsärzte vor Ort, bieten Resilienz-, Bewegungs- und Ernährungs-Coachings an und führen alle zwei Jahre Gesundheitstage durch. Dabei geht es uns nicht einfach darum, eine möglichst große Bandbreite an Maßnahmen anzubieten. Im Fokus steht vielmehr eine ganzheitliche, systematische Gesundheitskultur. Darin sehen wir den Schlüssel zu einer Kultur der Prävention.

Welche konkreten Beispiele für Präventionsangebote gibt es in Ihrem Unternehmen und wie haben Sie diese im Hinblick auf Diversität umgesetzt?

Besonders stolz sind für auf unser Gesundheitsbudget von 300 Euro, das jedem Beschäftigten jährlich zur Verfügung gestellt wird. Das Angebot adressiert nicht nur diejenigen, die ohnehin bereits etwas für ihre Gesundheit tun. Es geht gezielt darüber hinaus und wendet sich auch an diejenigen, die ihre inneren Hürden erst noch überwinden müssen. Zahlreiche Beschäftigte machen sich seit der Einführung des Gesundheitsbudgets in 2017 jährlich intensiv Gedanken, was ihnen persönlich gut tut und wie sie das Budget sinnvoll für sich einsetzen können. Denn die Verantwortung dafür liegt ausschließlich bei ihnen. Sie alleine können entscheiden, ob sie die 300 Euro für eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, eine Dauerkarte im Schwimmbad, Anti-Stressseminare oder externe Bewegungskurse verwenden möchten. Da nicht verbrauchtes Budget am Jahresende verfällt, wird ein starker Anreiz geschaffen, sich regelmäßig die Frage zu stellen: „Was möchte ich mit meinem Budget für mich tun?“ Durch die Flexibilität des Angebots können Beschäftigte es problemlos in ihr Leben integrieren – was ganz besonders Teilzeitkräften oder Eltern entgegenkommt.

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